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3D Daten für Lenticular rendern

Ob mit einem 3D Programm oder einer realen Kamera, ist die Vorgehensweise zur Erstellung einer 3D Bildsequenz für Lenticular prinzipiell gleich. Sie müssen eine Serie von z.B. 31 Bildern erstellen, die mit einer von links nach rechts linear an einem Objekt vorbeifahrenden Kamera aufgenommen werden.

Bauen Sie Ihre Szene und setzen Sie eine virtuelle Kamera in die Mitte einer virtuellen Schiene, die sich von links nach rechts vor dem Objekt erstreckt. Arrangieren Sie Ihre Bildkomposition in dieser mittleren Ansicht. Die Kamera sollte eine Brennweite zwischen 35 und 70 mm (Kleinbildkamera entsprechend) haben.



Wenn Ihre Szene fertig eingerichtet ist, schieben Sie die Kamera auf der Schiene um 15 "Einheiten" nach links. (Mehr zu "Einheiten" finden Sie ganz unten). Abbildung: Startposition der Kamerafahrt (-15 Einheiten)



Fahren Sie mit der Kamera jetzt - Step by Step - bis zur Position +15 nach rechts. Machen Sie auf jeder Position ein Rendering / ein Foto. Insgesamt also 31 Bilder. Die Kamera schaut dabei immer geradeaus! Sie schaut - außer im zentralen 16. Bild - NICHT! auf den Mittelpunkt Ihrer Szene, sondern rechtwinklich von der Schiene nach vorn.




Wichtig!
Achten Sie darauf, dass die Kamerabewegung LINEAR d.h. die Schrittweite über die ganze Strecke gleichbleibend ist. Die meisten 3D Programme starten und beenden Animationen mit kleineren Steps. Sie müssen die Positionen also von Hand setzen oder bei Keyframe Animationen die Kurven anpassen.

RICHTIG



FALSCH



So sieht das Ergebnis der erzeugten Bildfolge aus. Der Inhalt schiebt sich entsprechend der Kamera-Animation quer durch den Bild-Raum.



Wenn Sie an dieser Stelle auf die Idee(#1) kommen sollten, den Look-At Point Ihrer Kamera ins Objekt-Zentrum zu verlegen, damit die Kamera immer auf den gleichen Punkt schaut, dann führen Sie sich bitte vor Augen, dass sich dadurch der Abstand von Kamera zu Objekt verändert. Das Objekt wäre bei den äußeren Renderings weiter von der Kamera entfernt, als bei den zentralen Renderings. Es würde sich von Frame zu Frame also in der Größe verändern. Für hochwertige 3D Lenticularbilder ist das ein knockout Kriterium! Es würde nicht zu entspannt wahrzunehmenden 3D Bilden führen. Wenn Sie jetzt - um das zu kompensieren - auf die Idee(#2) kommen sollten, die Kamera auf einer Art Kreisbahn um das Objekt herum fahren zu lassen, dann überlagern Sie das daraus entstehende 3D Bild mit einem deutlich erkennbaren Animations-Aspekt. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie es lassen!

Die einzelnen Frames müssen im nächten Schritt auf ein gemeinsames Zentrum ausgerichtet werden. Hierbei wird auch festgelegt, welche Bildelemente vor und welche hinter der Bildebene (der räumlichen NULL) liegen. Das räumliche Zentrum ist dort, wo alle Bilder deckungsgleich sind. Im Beispielbild ist es das Kenrngehäuse des rechten Apfels. Die im Lieferumfang der 3DZ Lenticular Suite enthaltenen Foto-Tools erledigen diese Arbeit weitgehend automatisch.



Zum Abschluss wird die Bildsequenz auf das nutzbare Endformat beschnitten. Sie müssen speziell bei angestrebten finalen Querformaten also von Anfang an mit deutlicher Überbreite rendern, um nach dem Zuschnitt noch das Wunschformat übrig zu haben.



Details
Die Bild-Elemente bewegen sich im Vorder- und Hintergrund gegenläufig. Diese Quer-Bewegung (horizontale Parallaxe) darf aus drucktechnischen Gründen ein bestimmtes Maß nicht überschreiten. Für Offsetdruck auf 62 oder 75 LPI Folie darf/sollte die maximale Auslenkung - und damit die räumliche Tiefe - im Vordergrund 8 mm und im Hintergrund 15 mm nicht überschreiten. Die Gesamt-Fahrstrecke der Kamera (und damit auch die Größe der "Einheit" von Schritt zu Schritt) ist also von der gewünschten Druckgröße abhängig. Je größer das Druckbild, umso kleiner muss die die Fahrstrecke sein. Auch die Tiefe der Szene spielt eine Rolle. Je tiefer der Bildinhalt ist, umso größer wird bei gleichbleibender Kamerafahrt die horizontale Verschiebung von Hintergrund zu Vordergrund sein. Tiefere Szenen erfordern also ebenfalls eine geringerer Weite der Kamera-Animation. Es ist schwer oder gar unmöglich allgemeine Regeln für die Geometrie solcher Setups zu nennen. Es gibt zu viele Variablen. Darum empfehle ich Test-Renderings zu machen, an denen man überprüfen kann, ob die oben genannten Grenzwerte eingehalten sind, bzw ob das gedruckte Lenticularbild akzeptable Tiefe und Schärfe hat. Korrigieren Sie Ihren Setup, bis das Ergebnis Ihren Wünschen entspricht. Wir haben uns eine Art Template, eine animierte Kamera und einen leeren Raum geschaffen, in dem wir unsere Szenen bauen können, ohne allzuviel experimentieren zu müssen. Ganz ohne Versuche geht es aber trotzdem praktisch nie.

In der Beschreibung oben gehe ich von 31 Frames aus. Dies ist nicht immer notwendig und von der verwendeten Folie und weiteren technischen Bedingungen abhängig. Realistischer und zur Orientierung: 12 Frames sind bei 3D Bildern mit geringer Tiefe und der Verwendung einer engwinkligen Folie (um 30°) ein Minimum. 24 Frames bei größeren Bildern und gröberen 3D Linsen (z.b. 25 LPI, ca 30°) meist ein sinnvoll erscheindens Maximum. Je nach Situation können die Werte höher liegen. Bei weitwinkligen Linsen brauchen Sie mehr Bilder und eine größere Parallaxe, um den gleichen Tiefeneindruck bei ähnlicher Bildqualität zu erzeugen. Eine technische Grenze liegt in der Auflösung des Druckers. Sinnvolles Maximum an Frames = Auflösung des Druckers (oder RIP Workflows) in PPI / LPI Wert der verwendeten Linse.