Infinity4D ist ein hochspezialisiertes Werkzeug zur Erstellung von Latent Images (verborgenen Bildern) und verblüffenden Metallic-Effekten. Legt man die Lentikularfolie auf, offenbart sich ein verborgenes Motiv oder ein edler metallischer Glanz – und das gedruckt mit ganz normalen CMYK-Farben.
Anwendungsbereiche:
• Verpackung & Etiketten: Erzeugung von hochwertigen Metallic- und Glanz-Effekten (ohne teure Spezialtinten oder Folienprägung), die dem Produkt ein Premium-Aussehen verleihen.
• Security: Fälschungssichere Elemente für Ausweise, Tickets, Zertifikate oder Verpackungen (Kippeffekte, verborgene Logos).
• Deko & Kunst: Magische Wandbilder, Secret-Messages, interaktive Poster oder optische Illusionen.
Sonderthema: Metallic-Effekte drucken
Ein besonderes Highlight der Software ist die Möglichkeit, metallisch schimmernde Oberflächen mit ganz normalen Druckfarben zu simulieren. Der Effekt entsteht rein optisch im Gehirn des Betrachters: Wenn du das Grundgitter in der Software so konfigurierst, dass das linke Auge eine deutlich andere Helligkeit oder Farbe wahrnimmt als das rechte Auge, verschmilzt dieser visuelle Konflikt zu einem "stereoskopischen Glanz" (Binokulare Rivalität). Es wirkt metallisch, schimmernd oder leuchtend. Das macht das Programm extrem wertvoll für den Druck hochwertiger Produkt-Etiketten.
1. Quellmaterial (Masken) laden
Die Software benötigt bis zu zwei Bildebenen, um die optische Täuschung aufzubauen:
- Displacement Map (Das versteckte Bild): Lade hier das Motiv hoch, das als Hidden Image fungieren soll (z. B. ein Logo, ein Schriftzug oder ein Sicherheitscode). Die Map sollte in Graustufen angelegt sein.
- Overlay-Bild (Camouflage): Optional. Dies ist die "Tarnung". Lade hier ein Muster oder Bild hoch, das der Betrachter sehen soll, wenn die Folie nicht im richtigen Winkel betrachtet wird. Es hilft, das versteckte Bild für das bloße Auge komplett unkenntlich zu machen.
2. Basis-Gitter & Drucker-Setup
Damit der Lentikular-Effekt funktioniert, muss das zugrundeliegende Pixel-Gitter exakt berechnet werden:
- Ziel-Dimensionen (mm): Die physische Breite und Höhe deines geplanten Drucks.
- Drucker (DPI): Die exakte Auflösung deines Druckers (z. B. 600 oder 1200 DPI).
- Linsen-Pitch (LPI): Der exakte LPI-Wert deiner Lentikularfolie.
- RAM-Limit (Megapixel): Da das Forward-Mapping extrem hochauflösende Bilder generiert, kannst du hier ein Speicher-Limit festlegen, um Abstürze deines Browsers zu verhindern.
3. 4-Ecken Linsen-Profil definieren
Hier generierst du das Grundmuster (Base-Grid). Du definierst die Farben für die 4 Ecken deines Bildes. Die Engine berechnet daraus einen mathematisch perfekten Farbverlauf für jeden einzelnen Linsenstreifen.
- Aussen (Rand) vs. Innen (Mitte): Bestimme die Farbwerte für den Rand einer einzelnen Linse und für deren Fokus-Zentrum. Tipp: Hier legst du auch den Grundstein für den Metallic-Effekt, indem du harte Kontraste zwischen der Linsen-Mitte (ein Auge) und dem Linsen-Rand (anderes Auge) erzeugst.
- In der kleinen Vorschau (Diskrete Pixel unter Linse) siehst du genau, wie die Pixel später auf dem Papier unter einer einzelnen Lentikular-Linse gedruckt werden.
4. Parameter & Feintuning
Diese Einstellungen steuern, wie stark das versteckte Bild in das Grundmuster "eingebrannt" wird:
- Overlay-Stärke (Camouflage): Bestimmt, wie stark dein Tarnbild über das mathematische Grundgitter gelegt wird (0% = reines Gitter, 100% = reines Tarnbild). Empfohlen für Security-Drucke: 20-40%.
- Displacement-Stärke (Pixel): Der wichtigste Wert für Hidden Images! Er bestimmt, wie weit die Pixel unter der Linse verschoben werden, um dein verstecktes Bild zu formen. Hinweis: Das Programm begrenzt diesen Wert automatisch auf die halbe Linsenbreite, um eine 360-Grad-Auslöschung (Phasenauslöschung) zu verhindern und den maximalen Kontrast zu sichern.
- Tonwert-Quantisierung: Reduziert deine Displacement Map auf harte Stufen (Posterize-Effekt). Für klare, versteckte Logos und Security-Codes sollte hier ein niedriger Wert (z. B. 2 für reines Schwarz/Weiß) gewählt werden.
5. Latent Image generieren & Export
Wenn alle Parameter stehen:
- Klicke auf den blauen Button Latent Image generieren.
- Die Software durchläuft nun vier rechenintensive Phasen (Gitter-Erzeugung, Forward-Mapping, Overlay-Mixing, Histogramm-Spreizung).
- Nach Abschluss siehst du deine verarbeitete Displacement-Map (Kontrolle der Quantisierung) und das fertige Sicherheits-Druckbild.
- Klicke auf Druckbild speichern (PNG). Die Software injiziert die gewählten DPI direkt in die Datei, sodass sie in der Drucksoftware garantiert maßstabsgetreu importiert wird.