Lenticular Folien bestehen aus einem Feld von Zylinderlinsen
und werden nach Anzahl der Linsen pro Inch (LPI) beschrieben.
Zwischen der
LPI Angabe
des Herstellers und der wirklichen Anzahl der Linsen
gibt es einen Unterschied. Diese Abweichung ist einerseits
produktionsbedingt,
aber auch von Lager- und Verarbeitungsbedingungen abhängig.
Eine als 60 LPI spezifizierte Folie kann in der Praxis durchaus
z.B. 60,41 LPI
oder auch 59,8 LPI haben, das ist "normal".
Dieser scheinbar kleine Unterschied ist für das Druckresultat von ausserordentlich
grosser Bedeutung und muss unter allen Umständen berücksichtigt
werden,
um ein gutes Lenticular
Bild zu bekommen.
Machen Sie also den in 3DZ EXtreme enthaltenen Pitchtest sehr sorgfältigt.
Der Pitchtest bestimmt den genauen Linsenabstand.
Optischer Pitch
Beachten Sie, dass es einen Zusammenhang zwischen Betrachtungsabstand
und LPI Wert gibt. Für grösseren Abstand ist der Wert grösser als für kleineren Abstand
(Gössenordnung x/100). Dies hat damit zu tun, dass Sie aus kürzerer Distanz in einem
anderen Winkel auf die äusseren Linsen des Bildes sehen, als aus der Ferne. Je näher
Sie an
der
Folie sind, umso "spitzer" schauen Sie auf die äusseren Linsen.
Die Konsequenz
daraus
ist, dass Sie das Interlacebild geringfügig unter den äusseren
Linsen deplazieren müssen,
um vom Zentrum aus sehend einen einwandfreien Effekt
auch an den Seiten
zu haben. Mit dem Pitchtest ermittel Sie diesen Wert bis auf 1/100 LPI
genau. 3DZ EXtreme V7 berechnet darauf hin das Resultatbild in absolut richtiger Grösse.
Die Beurteilung des Pitchtest-Resultats muss also immer aus dem bevorzugten
Betrachtungsabstand für das fertige Lenticularbild erfolgen.
Physikalischer Pitch
Je weiter Sie vom
Bild entfernt sind, umso rechtwinkliger schauen Sie auf alle Linsen
der Folie. Ein aus fernem Betrachtungsabstand (>5 Meter) beurteilter Pitchtest, zeigt
ein Resultat, das nahe am physikalischen Pitch ( dem "wirklichen", messbaren
Linsenabstand) entspricht.
Wir unterscheiden also zwischen dem optischen und dem physikalischen Pitch.
Das Interlacing wird nach dem ermittelten optischen Pitch gemacht, die Anordnung
der Nutzen auf einem Druckbogen machen Sie entsprechend dem physikalischen
Pitch.
Die 3DZ Module Production und Layout berücksichtigen den physikalischen
Pitch und bringen so reproduzierbar gute Resultate auch auf grösseren Druckbögen.
Optionen
Das Pitchtestbild erzeugen Sie in 3DZ EXtreme V7 mit Klick auf "Create Pitchtest".
Die SW Farbfeld-Folge oben entspricht den Farben der Pixel, die unter jede Linse
gedruckt werden.
Sie können die Anzahl der Pixel über die Scrollbar einstellen und
die Farben ändern,
indem Sie auf die Felder klicken. Rechter Mausklick macht ein
Feld weiss, linker
Mausklick macht es schwarz. Doppelklick lässt Sie eine Farbe
wählen.
Es ist sinnvoll den Pitchtest in SW oder mit stark kontrastierenden anderen
Farben zu machen.
In der Regel sollte
das mittlere Pixel (oder die mittleren beiden
Pixel)
markiert sein.
Weiter unten sehen Sie die einstellbare Spanne, mit der der Test erzeugt wird.
Darunter die wählbare Anzahl der erzeugten Streifen (10, 20, 50) und die sich
daraus
ergebende
Auflösung von Streifen zu Streifen. Auswertung
Justieren Sie den Pitchtest-Druck mit Hilfe der äusseren Justierlinien so
zur Folie,
dass
Streifenbild und Linsen absolut parallel laufen.
Am Rand des Drucks lesen dann einfach
den
korrekten
LPI Wert ab.
Der korrekte Wert ist dort, wo der Testsreifen bei Kippen
des
Drucks
über die ganze Breite gleichförmig von schwarz nach weiss wechselt.
Im Beispiel hier also im 11. Streifen von oben.
Wichtig
Drucken Sie den Pitchtest mit dem gleichen Drucker und den gleichen
Einstellungen
und auf das gleiche Papier (oder Folie) mit dem Sie auch das Resultat erstellen wollen.
Nur so sind die Messergebnisse übertragbar und verbindlich.
3DZ EXtreme
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